Befund · Tiroler Wirtschaftsbund · 11.08.2026
73 % nutzen KI fast täglich. In 68 % der Unternehmen ist sie nicht verankert.
Zwei Fragen, live gestellt beim Tiroler Wirtschaftsbund vor rund 70 Unternehmerinnen und Unternehmern — 50 haben geantwortet. Die erste Frage misst, wie Einzelne arbeiten. Die zweite, wie Unternehmen organisiert sind. Dass die Antworten so weit auseinanderliegen, ist der Grund, warum ich vor Räumen wie diesem stehe.
001 · Die Erhebung
Zwei Fragen, 50 Antworten aus dem Saal.
Ich frage das Publikum nicht aus Höflichkeit. Ich frage, weil ich wissen will, mit wem ich es zu tun habe — und weil die Antwort im Raum meist ehrlicher ausfällt als in jeder Marktstudie. Beide Fragen liefen live per Slido, anonym, in den ersten Minuten des Vortrags.
Frage 1
Wie oft nutzt du KI-Tools wie ChatGPT?
- Fast täglich 73 %
35 Stimmen
- Ab und zu 27 %
13 Stimmen
- Nie 0 %
0 Stimmen
n = 48 · Niemand im Raum wählte „Nie“.
Frage 2
Wie systematisch nutzt dein Unternehmen KI?
- Einzelne nutzen es als Werkzeug 58 %
29 Stimmen
- Fest in einzelne Abläufe eingebaut 18 %
9 Stimmen
- Unternehmensweit strategisch gesteuert 14 %
7 Stimmen
- Bei uns noch gar nicht 10 %
5 Stimmen
n = 50 · Bei 68 % ist KI organisatorisch nicht verankert — 10 % gar nicht, 58 % als Werkzeug Einzelner.
Zur Methode
Live-Befragung per Slido am 11. August 2026 bei der Veranstaltung „KI für dein Unternehmen“ des Tiroler Wirtschaftsbundes im RAIQA Innsbruck. Rund 70 Gäste im Raum, 50 haben abgestimmt (bei Frage 1: 48) — anonym, Selbstauskunft, freiwillig. Die beiden Fragen haben unterschiedliche Bezugsgrößen: Frage 1 fragt nach dem eigenen Arbeitsalltag, Frage 2 nach dem Unternehmen. Die Werte sind deshalb nicht gegeneinander aufrechenbar, sondern nebeneinander zu lesen. Das ist keine repräsentative Studie, sondern eine Momentaufnahme aus einem Raum.
002 · Was das bedeutet
KI ist angekommen. Nur nicht im Unternehmen.
Die erste Zahl ist die gute Nachricht: Niemand im Raum sagt mehr „Nie“. Die Frage, ob KI im Arbeitsalltag ankommt, ist beantwortet — sie ist längst da. Drei von vier arbeiten fast täglich damit.
Die zweite Zahl zeigt, wo es hakt. Bei 58 % nutzen einzelne Mitarbeiter KI als Werkzeug, jeder für sich, im eigenen Chatfenster. Das ist nützlich. Eine E-Mail wird schneller fertig, ein Angebot besser formuliert. Aber was dabei entsteht — wie man das gut macht, was bei diesem Kunden funktioniert — bleibt im Chatverlauf einer einzelnen Person. Zwei Wochen später fängt ein Kollege bei derselben Aufgabe wieder von vorne an. Das Wissen war da. Geblieben ist es nirgends.
Genau das ist der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem System. Ein Werkzeug macht einen einzelnen Schritt schneller. Ein System hält fest, was dabei gelernt wurde, und gibt es weiter — auch an eine KI, die damit Aufgaben eigenständig übernimmt.
KI wird nicht dadurch wertvoll, dass jeder für sich bessere Fragen stellt. Sie wird dadurch wertvoll, dass das Wissen an einem Ort landet statt in einzelnen Chatverläufen.
Die beiden Fragen messen bewusst Verschiedenes: die erste, wie Einzelne arbeiten. Die zweite, wie Unternehmen organisiert sind. Genau darin liegt der Befund. Auf der Ebene der Person ist KI angekommen — praktisch flächendeckend. Auf der Ebene des Betriebs ist sie die Ausnahme geblieben. Was Einzelne längst können, ist bei den wenigsten im Ablauf verankert.
Dazwischen steckt der Großteil dessen, was mit KI heute möglich wäre — und nicht passiert.
003 · Der Vortrag
Kein Überblicksvortrag über KI.
Ich zeige ein System, das produktiv läuft, zerlege es in seine Bestandteile und übersetze es in einen Bauplan, den das Publikum auf die eigenen Abläufe anwenden kann.
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01
Vom Werkzeug zum System
Warum individuelle Nutzung an eine Decke stößt — und was der Unterschied zu einem System ist, das eigenständig arbeitet und dazulernt.
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02
Ein Agent, der produktiv läuft
Der Support-Agent für 21energy: WhatsApp, Wissensdatenbank, saubere Übergabe an den Menschen, wenn das System unsicher ist. Mit den echten Zahlen aus dem Betrieb — auch den unbequemen.
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03
Der Bauplan dahinter
Wissensdatenbank, Agent, Lernschleife, Selbstanalyse. Vier Teile, die für fast jeden wiederkehrenden Prozess gelten — nicht nur für Support.
Zum Format
Ich halte keinen Monolog. Der Vortrag beginnt mit einer Live-Umfrage im Saal und endet damit, dass jeder im Publikum zwei Dinge auf einen Zettel schreibt: einen Ablauf im eigenen Betrieb, den so ein System übernehmen könnte — und eine Idee, die seit Jahren liegen bleibt.
Danach reden die Leute beim Netzwerken über ihre Zettel statt über das Wetter.
Beim Tiroler Wirtschaftsbund musste der Organisator die anschließende Fragerunde abbrechen, weil zu viele Fragen kamen.
- Dauer
- 30–45 Minuten plus Fragen
- Sprache
- Deutsch
- Raum
- DACH, Anreise ab Innsbruck
- Format
- Live-Umfrage, Vortrag, Fragerunde
004 · Für wen
Wo der Vortrag hingehört.
- Wirtschaftsverbände, Branchenvertretungen und Netzwerkveranstaltungen im DACH-Raum
- Führungskreise in Mittelstand und Scale-Ups, intern
- Publikum, das entscheiden kann: Inhaber, Geschäftsführung, Bereichsleitung
Vorträge sind bei mir die Ausnahme, nicht das Geschäft. Ich baue hauptberuflich — deshalb rede ich über Systeme, die laufen, statt über Trends.
Vortragsanfrage
Schreib mir kurz, um welche Veranstaltung es geht, wer im Publikum sitzt und wann. Ich antworte innerhalb von zwei Werktagen — auch dann, wenn es nicht passt.
Was ich hauptberuflich baue
AI Customer Support Agents für wachsende Mittelständler und Scale-Ups. Produktionsreif, integriert in Helpdesk, Messaging und Knowledge Base, live nach 8–10 Wochen. Der Vortrag zeigt, was möglich ist — gebaut wird es hier.
Was ich baue